Cas is back

Ganz still und heimlich ist heute ein neues Musikvideo auf YouTube erschienen. Unter dem Kryptonym Gloomy Boyz rappen drei verschleierte Gestalten auf Ladeflächen und Quads. Einer von Ihnen: CASPER! Der Song, ein klassischer Trap voll von EDM-Beats, zeigt einmal mehr das facettenreiche Gesicht des gebürtigen Extertalers.

Die größte Überraschung dürfte allerdings am Ende des Videos folgen, in dem die Gloomy Boyz eine EP für den Montag ankündigen. Man darf gespannt sein! Vielleicht ist das ja der Beginn zu dem “alles zerberstenden Rap-Albums”, das Benjamin Griffey von einiger Zeit angekündigt hatte.

 

Album der Woche – “Hypermoment” von Robot Koch

Robot Koch. Ein sperriger Name. Bürgerlich Robert Koch. Aber hinter diesem Namen verbirgt sich einer der erfolgreichsten deutschen Musikproduzent der Gegenwart. Koch hat bereits für Casper, Marsimoto, KIZ und Max Mutzke Alben produziert und sein Können unter Beweis gestellt. Die genannten Künstler sind zwar eher in einer anderen Ecke zu finden als das Genre in welchem sich das Album „Hypermoment“ wiederfindet, doch zeigt es die extreme Spannbreite von Kochs Können.

Hypermoment wurde am 06.11 veröffentlicht und ist wohl eines der interessantesten Alben in diesem Herbst. Koch schafft es gekonnt verschiedene Stimmungen einzufangen und diese auch innerhalb einzelner Lieder zu kombinieren. Gut erkennen lässt sich dies sicherlich am Opener “Circles”, welcher von düsterer schwerer Musik bis zu treibenden Beats alles vereint und vereinzelt an Kompositionen von Extrawelt oder Oliver Huntemann erinnert. Gegenstücke bilden dabei Lieder wie “Dreams” und “Kalimba” die zwischen Leichtigkeit und Trägheit, Wärme und Distanz und Klangvielfalt und Monotie pendeln. Robert Koch gelint es auf Hypermoment eine außergewöhnliche Klangpalette zu präsentieren, ohne dabei in obszöne Sphären auszuufern und den Hörer zu überfordern.

Wer ein Album sucht, das auf elektronischer Basis die Bandbreite des Herbstwetters abbildet wird hier fündig!

Meine Wertung: 4 von 5 Sternen

Amazon startet Prime Music – Eine Alternative zu Spotify & Co?

Seit mehreren Tagen stand das Gerücht im Raum, dass Amazon einen Musik-Streamingdienst in Deutschland starten werde. Am heutigen Donnerstag folgte dann die Bestätigung. Mit einer Bibliothek von mehr als einer Millionen Titel wartet der amerikanische Onlinehändler auf. Im Vergleich zu ähnlichen Anbietern wie Spotify, Apple music & Co. scheint diese Anzahl der verfügbaren Tracks eher überschaubar.

In einem ersten Testlauf sind zwar viele Alben aus den Charts der vergangenen Jahre verfügbar, allerdings fehlen aktuelle Platten wie Robin Schulz’ “Sugar” oder “Get up” von Bryan Adams, während Rea Garveys “Prisma” abspielbar ist. Die Auswahl der Songs und Alben begründe sich laut amazon auf die relevantesten Lieder für Deutschland. Dies lässt schlussfolgern, dass der breite Mainstream bedient werden kann, aber speziellere Titel nicht verfügbar sind. Dennoch finden sich in der Auswahl auch eher unbekanntere Künstler wie Marek Hemmann oder Kölsch aus der elektronischen Szene wieder. Vermutlich lässt sich hier erst in ein paar Wochen ein valides Zwischenfazit ziehen.

Sehr gelungen ist die Nutzeroberfläche der Anwendung im Browser und in der mobilen Version. Schlicht, gut designed und einfach zu bedienen sind die Player und erlauben es mit wenigen Klicks die Titel offline verfügbar zu machen

Fazit

Für jeden bisherigen Primekunden ist diese schöne Extra sicherlich ein Grund weiter bei Amazon zu bleiben. Für Neukunden steht ein feines Zusatzangebot im Raum, dass einen Wechsel zu Amazon interessant macht. Spannend wird sein wie schnell neue Alben in der Musikbibliothek verfügbar sein werden. Dennoch war der Start für Amazon eine gelungene Aktion!

Der neue King of Pop oder geschickte Selbstvermarktung?

Derzeit ist “the Weeknd” in aller Munde. Sein aktuelles Album “Beauty Behind The Madness” (Universal Music) wird von vielen Fachzeitschriften gefeiert und der Künstler selbst als Nachfolger Michael Jacksons angepriesen. Doch kann the Weeknd dem gerecht werden? Ist das Album wirklich der ganz große Wurf?

Der erste Track des Albums “Real Life” startet mit einem imposanten, fast schon epochalen Beat der einen sofort fesselt. Beim Einsetzen der Stimme von Abel Tesfaye ist die Ähnlichkeit der Stimmfarbe zu Michael Jackson unweigerlich im Ohr. Man kann die Stimmen zwar noch klar voneinander unterscheiden, der Vergleich zu Michael Jackson ist jedoch begründet.

Losers, ein Feature mit Labrinth, enthält neben Rapelementen erneut einen wahnsinnig markanten Beat der das Lied vorwärtstreibt und sofort ins Ohr geht und hinten raus durch ein Solo von Tesfaye kurz abknickt um abschließend mit Bläsern ins Finale überzugehen.

So gut diese beiden Tracks sind und so vielseitig Weeknd sich auf dem Album präsentiert so verrucht sind seine Texte. Deutlich wird das wohl vor allem bei “Often”. Lyrics wie “make that pussy pop and i do it how i want it” sind keine Seltenheit und ziehen sich wie der berühmte rote Faden durch das Album. Man kann davon halten was man will, eine große Vielfalt deckt Tesfaye damit nicht ab.

“The Hills” ist vielleicht das beste Lied des Albums. Eine elektronisch verzerrte Stimme und eine vor Spannung nahezu explodierende Melodie ergänzen sich perfekt.

Der bekannteste Track des Albums ist vermutlich “Earned it”, welcher schon im Kinofilm “50 Shades of Grey” zu hören war und mit welchem the Weeknd auch hierzulande erstmals große Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte. “In the night” erinnert erstmals richtig stark an den King of Pop, eine wunderbar seicht vor sich hinplätschernde Popsynfonie, die durch die markige Stimme mehr als nur ein Durchschnittstrack wird. Zum Schluss des Albums kommen mit Lana del Rey und Ed Sheeran noch zwei Hochkaräter der internationalen Musikszene zum Einsatz, welche jedoch Ihr Können nicht so einsetzen dürfen wie man das sonst gewöhnt ist und nur bedingt zur Geltung kommen. Aus einer guten Idee wurde hier leider viel zu wenig gemacht.

Nach mehrmaligem Hören des Albums bleiben einem die oben genannten Tracks im Ohr hängen und man hat das Gefühl eine gute Platte in den Händen zu halten. Der Hype um den Jackson-Verlgeich ist dabei allerdings ein wenig übertrieben. The Weeknd liefert ein tolles Album ab, das man sich gerne und oft anhören kann und auf passend zur Jahreszeit erschienen ist. Doch um wirklich ein King of Pop zu sein bedarf es dann doch etwas mehr Variabilität sowohl in der Auswahl der Tracks als auch ein Kontinuum abzuliefern. Dennoch hat der Mann aus Toronto die derzeit besten Chancen an die Legende Michael Jackson heran zu kommen.

Meine Wertung 4 von 5 Sternen.

Album der Woche “Boy – We were here”

Das Album der Woche liefert diesmal Boy mit “We were here” ab. Das Pop-Duo, bestehend aus der gebürtigen Züricherin Valeska Steiner und der Hamburgerin Sonja Glass, veröffentlichte am 21.08 ihr zweites Album (Grönland Records). Dabei knüpfen Boy direkt an ihrem ersten Album an. Nicht zu viele Veränderungen, nicht zu viel neues ausprobieren, altbewährtes ausbauen und etablieren.

Das erste Lied des Albums ist auch gleichzeitig der Titeltrack. “We were here” ist ein wunderbarer Ohrwurm der uns sicherlich noch bis in den Herbst hinein begleiten dürfte.
“No Sleep for the dreamer” hat etwas magisches an sich. Eine Spannung durchzieht das Lied und entlädt sich dann jeweils in dem Refrain, der ebenfalls gut ins Gedächtnis geht.
Eines der besten Stücke ist sicherlich New York, das zurecht auch von der Süddeutschen Zeitung gelobt wurde (http://www.sueddeutsche.de/kultur/neues-album-we-were-here-boy-machen-immer-noch-gluecklich-aber-1.2615890).

Etwas schwach ist die Anzahl der Songs auf dem Album. Nur neun Lieder beinhaltet “We were here”. Dennoch gelingt es Boy auch ein sehenswertes zweites Album abzuliefern, ohne an den hohen Erwartungen zu scheitern. Seichte Philosophie-Phrasen reihen sich perfekt ein, um halb verträumt den Sonntagnachmittag vorbeiziehen zu lassen.
Vom Musikstil hat sich wenig geändert. Eingänglicher Synthiepop gepaart mit der wunderbaren Stimme von Sonja Glass, ab und an auf Gitarre reduzierte Stücke. Ob das zu wenig ist oder gerade den Erfolg von Boy rechtfertigt mag wohl jeder für sich entscheiden. Doch für ein Caféhaus wäre es wohl der perfekte Soundtrack.

Meine Wertung 3,5 von 5 Sternen.

Rückblick auf das Interview von LeFloid mit Angela Merkel

Am gestrigen Montag, 13.07, wurde das Interview von Youtube-Star LeFloid und Bundeskanzlerin Angela Merkel veröffentlicht (siehe https://www.youtube.com/watch?v=5OemiOryt3c).

Bereits im Voraus wurde Etliches über das anstehende Interview geschrieben. Über einen geschickten medialen Schachzug der Kanzlerin um ein jüngeres Publikum anzusprechen. Über Portraits zu Florian Mundt und über Chancen und Grenzen eines solchen Interviews.

Nach der Veröffentlichung auf Youtube gab es von Seiten der Presse nur wenig Lob für LeFloid. Zu kalkulierbar seien die Fragen gewesen, zu brav habe er sich verhalten und zu selten habe er eine seine direkte Art einfließen lassen. Die Kritikpunkte mögen ihren wahren Kern haben, dennoch war es für LeFloid das erste Interview mit solch einer prominenten Person, so dass man ihm dies verzeihen mag.

Viel überraschender war die vermeintlich lockere Art Merkels und die gelöste Atmosphäre der Unterhaltung. Dass man keine neuen Erkenntnisse oder Ansichten erwarten durfte, sollte jedem klar gewesen sein Dennoch wurde auf angenehme Art und Weise ein neues Zielpublikum erschlossen. Man muss den Beiden zu Gute halten, dass sie in einer halben Stunde wirklich versucht haben möglichst viele Themen anzuschneiden und auf Fragen aus dem Netz einzugehen. Dass hierbei der Tiefgang verloren geht sollte ebenso offensichtlich sein. Dennoch kann man das Interview als eine gelungene Aktion im Büro Merkel und LeFloids verbuchen. Beide Seiten brachten zwei unterschiedliche Zielgruppen zusammen und wussten sich gut zu verkaufen. Ob es bei diesem einen Interview bleibt steht bisher offen, dennoch war es gerade für die junge Zielgruppe eine interessante Gelegenheit durch einen Ihrer Stars in Berührung mit der Politik zu kommen.

Album der Woche – “Pharmacy” von Galantis

Den ersten Hit landeten Galantis mit Runaway (https://www.youtube.com/watch?v=szj59j0hz_4) im vergangenen November in den USA. Zu Beginn dieses Jahres stieg der Song dann auch in den europäischen Charts ein und konnte einige gute Platzierungen verbuchen. Am 05. Juni erschien nun das Album der beiden Schweden (Christian Karlsson und Linus Eklöw) in Deutschland.
Genretechnisch lässt es sich klar in die Ecke der Electronic Dance Music (EDM) einordnen, auch wenn es einige Ausreißer in die Popecke gibt.
Das Album wird dominiert von einem unbeschwerten Clubfeeling, welches bereits im ersten Track “Forever Tonight” zu Tage kommt. Sanfte Intros, eingängige Refrains und gut platzierte Beats prägen die gesamte Scheibe. Am deutlichsten wird das vielleicht in “In My Head”. Ein unglaublicher Ohrwurmcharakter erfässt einen beim erstmaligen Hören und man möchte sofort lostanzen.
Galantis bedienen sich dabei einiger Features und verstehen es gezielt Spannung rauszunehmen, um anschließend beim Refrain ausgelassen den Hörer mitzureißen. An manchen Stellen erinnert dies an eine Mischung aus jungem David Guetta und Avicii. Dennoch sind die beiden Schweden in ihrem Sound eigenständig und bieten einen hohen Wiedererkunnungswert.
Ruhige Töne sucht man allerdings vergebens auf dem Album. Auch stellt sich mit mehrmaligem Hören eine gewisse Monotonie ein. Dennoch fühlt sich das Album für den Summer gut an und verbreitet schnell gute Laune.Es lässt sich daher auf jeden Fall von einem gelungenen Debüt von Galantis sprechen.

Meine Wertung 4 von 5 Sternen.