Rückrundenvorschau Teil II

Im heutigen Bericht soll es um Bayer 04 Leverkusen gehen. Der Werksclub startete furios in die Saison 2014/2015 und konnte mit Trainer Roger Schmidt einmal mehr zeigen zu welchem Tempofußball Bayer sich aufschwingen kann, wenn die Umstände stimmen. Nach einer guten Hinrunde fragt man sich allerdings einmal mehr, ob die Mannschaft die kommenden Aufgaben in Pokal, Championsleague und Bundesliga bewerkstelligen kann oder wie bereits in früheren Jahren untergehen wird.

Die Werkself geht bisher ohne Winterzugänge in die Rückrundenvorbereitung in Belek. Dabei könnte Verstärkung, gerade in der Breite des Kaders wichtig sein, um die Kräfte gleichmäßig auf die Mannschaft aufzuteilen. Das energiereiche Spiel von Roger Schmidt verlangt von allen Akteuren das Maximum ab, sowohl körperlich als auch mental gilt es permanent wach und angriffsbereit zu sein.
In der Spitze wäre eine starke Alternative zu Kießling wichtig, da der Torjäger eine eher durchwachsene Saison spielt. Drmic musste lange auf Einsatzzeiten warten, konnte aber nicht gänzlich überzeugen. Vergleichbare Teams wie Dortmund oder Schalke sind hier deutlich besser aufgestellt. Ob Karim Bellarabi weiterhin von einer Welle der Leichtfüßigkeit getragen wird bleibt abzuwarten. Dennoch haben Spieler wie Calhanoglu, Son oder Brandt noch deutlich mehr Potential als sie bisher abgerufen haben.
Defensiv muss Schmidt dringend an der Stabilität der Abwehr arbeiten. Oft paarte sich Pech im Angriff mit desaströsen Schnitzern in der Verteidigung und kostete Bayer wichtige Punkte. Kann die Mannschaft hier an Konzentration zulegen sind noch deutlich mehr Punkte drin!

Fazit

Mit ein bisschen mehr Glück und Abschlussqualität wird Bayer auch diese Saison unter den ersten Vier landen. Dafür muss aber alles passen. Der Kader wirkt doch zu dünn besetzt, um auf allen Hochzeiten mittanzen zu können. Das mögliche Ausscheiden aus der Champions League könnte dann sogar notwendig sein, um sich auf die Aufgaben in der Liga zu konzentrieren.

Rückrundenvorschau SC Freiburg

Die Bundesligateams starten langsam wieder in die Vorbereitung für die Rückrunde oder sind fleißig auf dem Transfermarkt aktiv, um die gesteckten Ziele noch zu erreichen oder schlimmeres zu vermeiden. Im ersten Teil der Rückrundenvorschau geht es heute um den SC Freiburg. Auf dem letzten Platz liegt der Sportclub nach Abschluss der Hinrunde, doch den meisten ist klar, dass mit ein bisschen mehr Glück und Kaltschnäuzigkeit ein Platz im Tabellenkeller vermieden worden wäre. Man denke nur an die etlichen Gegentreffer in den Schlussminuten oder vergebene Großchancen.

Am morgigen Samstag startet der SC in seine Rückrundenvorbereitung mit dem Trainingslager in Spanien. In Sotogrande soll der Grundstein für eine erfolgreiche Rückrunde gelegt werden, damit man am Ende der Saison über dem Strich steht. Mit den Neuverpflichtungen Mats Möller Daehli und Nils Petersen hat Freiburg dabei zwei interessante Neuverpflichtungen präsentieren können. Ein hochbegabtes Talent und ein trotz seinen erst 26 Jahren erfahrener Mittelstürmer. Als Folge daraus hat Christian Streich in der Offensive nun nochmals neue Optionen zur Verfügung. Neben dem vermutlich gesetzten Mehmedi streiten nun Philipp, Schahin, Guédé und eben Petersen um eine Position. Auch Frantz kann zu den Konkurrenten gezählt werden, da der Ex-Nürnberger bereits einige Einsätze auf der Stürmerposition absolvieren durfte. Zulechner soll jedoch Stand jetzt an Austria Wien abgegeben werden, um in der Rückserie auf Leihbasis Spielerfahrung sammeln zu können. Auch Freis hat den Verein bereits verlassen, ebenso wie Kerk. Daehli gilt als offensiver Flügelspieler, kann aber auch hinter den Spitzen eingesetzt werden. Auf welcher Position er schlussendlich spielen wird und wie lange die Eingewöhnungszeit für den Norweger dauert lässt sich noch nicht sicher sagen.

Für das Freiburger Spiel könnten die beiden Neuverpflichtungen eine wichtige Verstärkung sein. Lediglich 17 Tore stehen bisher zu buche, Mehmedi kam mit nur einem Treffer gar nicht in Schwung. Gelingt es Streich die Abschlussschwäche zu minimieren könnte das das entscheidende Element für die Rückrunde werden. Defensiv steht man mit 25 Gegentreffern im Mittelfeld der Tabelle. Stuttgart, Bremen und Berlin haben jeweils über 30 Treffer kassiert. Sicherlich wird man jedoch auch die Arbeit nach Hinten verbessern wollen, vor allem die konzentrierte Abwehrleistung in den letzten 10 Spielminuten.

Das Spielsystem mit einem 4-4-2 und einer Doppel-Sechs wird daher wohl kaum verändert werden. Spannend dürfte aber sein, wer neben Darida in der Zentrale aufläuft. Schuster und Höfler lieferten sich hier ein wöchentliches Wechselspiel. Doch Streich ist bekannt dafür unkonventionelle Methoden auszuprobieren. So wäre auch ein Einsatz von Marc-Oliver Kempf auf der defensiven Mittelfeldposition keine Überraschung.

Fazit

Gelingt es Streich die Abschlussschwäche zu verringern und die Defensive ähnlich zu gestalten wie in der Hinrunde, sollte ein weiteres Bundesligajahr absolut machbar sein.

Die Alben des Jahres 2014

Das alte Jahr ist vorbei, das Neue hat begonnen. Zeit um die besten 5 Alben des vergangenen Jahres zu krönen.

Platz 5 – Pharrell Williams “Girl”

Platz 4 – Azealia Banks “Broke with expensive taste”

Platz 3 – Chet Faker “Built on Glass”

Platz 2 – Alt-J “This is all yours” https://soliveyourlive.wordpress.com/2014/09/24/album-der-woche-alt-j-this-is-all-yours/

Platz 1 – Alle Farben “Synesthesia” https://soliveyourlive.wordpress.com/2014/07/30/album-der-woche-alle-farben-synesthesia/

Reinhören lohnt sich bei jedem Album!

Album der Woche – David Guetta “Listen”

Seit ein paar Tagen ist das neue Album von David Guetta im Handel. “Listen” heißt das nun mehr 6. Studioalbum des gebürtigen Franzosen und ist vollgepackt mit 14 Tracks. Angekündigt hat es Guetta selbst als etwas Neues, Musik wie er sie bis dato nicht produziert hat (http://www.billboard.com/articles/columns/code/6266733/david-guetta-november-album-release-date). Ob das Album diese Erwartungen erfüllen kann könnt ihr hier lesen.

Schaut man über die Trackliste fällt zunächst auf, dass jedes Lied gefeatured wird und dabei allerlei klanghafte Namen mit an Bord sind. The Script, Sia, Sam Smith und viele weitere geben sich die Klinke in die Hand.

Das Album startet mit der ersten Singleauskopplung “Lovers on the sun” und David Guettas Neuentdeckung Sam Martin. Das Lied ist bereits seit einigen Wochen in den Charts, ebenso wie Dangerous. Nimmt man diese beiden Stücke als Grundlage zur Analyse, muss man relativ schnell erkennen, dass es eine gewisse Stringenz durch das gesamte Album gibt. So überwiegt abermals das Bestreben der eigenen gefundenen Linie treu zu bleiben und Danceelemente in jedes Stück einfließen zu lassen. Dadurch erkennt man zwar schnell eine Einheit aber ebenso eine Monotonie. Dennoch bemüht sich Guetta nicht auf das Eine reduziert zu werden. Durch abwechslungsreiche Solos von John Legend und Emelie Sandé bringt er Abwechslung und Kurzweiligkeit auf das Album. Die Variationen bleiben zwar überschaubar, dennoch sind sie eine Bereicherung für einen Dance-DJ. John Legends Stimme gepaart mit einem im Refrain eingängigen Electrobeat führen zu dem wirklich guten Lied „Listen“. Meiner Ansicht nach wird dies sicherlich noch in den Charts wiederzufinden sein. Auch die Kooperation mit Sia wird fortgeführt. Wie bereits auf dem vorherigen Album darf die gebürtige Australierin mit ihrer wirklich einzigartigen Stimme mitwirken und landet dabei mit „Bang my Head“ einen absoluten Ohrwurm! Nach dem Track acht ist dann aber auch das Radiopotential abgeschöpft. Es folgen einige durchwachsene aber nicht hochklassige Tracks, um abschließend nochmals mit einem Song von Sia zu enden.

Zwar ist das Album keine Überraschung wie sie Guetta selbst angekündigt hat, dennoch zeigt er erneut, dass jeder internationale Star Lust hat mit Ihm zu produzieren und das Aufgenommene im Regelfall das Potential für einen soliden Song hat. Auch lässt sich positiv anmerken, dass einige Versuche gemacht wurden von ganz stupidem Danceelectro zu einem moderateren Ambientstil umzuschwenken.

Meine Wertung: 3 von 5 Sternen.

Liebster Award 2014

LIEBSTER AWARD 2014: Soliveyourlive BEANTWORTET 11 FRAGEN ZU MUSIK UND LITERATUR

Sarah von Wavebuzz, hat mich für den “Liebster Award” nominiert. Dieser Award funktioniert wie eine Art Kettenbrief von Blogger zu Blogger, die eine noch ausgewählte Reichweite (unter 1000 Leser) haben. So wird ein Netzwerk geschaffen. Dabei werden vom Nominierer Fragen an die Nominierten gestellt, die dann wiederum neue Fragen für die Nächsten stellen. Ich hoffe ich kann mit meinen Antworten einige spannende Dinge berichten. Viel Spaß beim Lesen! Ganz unten stehen die Blogs, welche ich nominiere.

Nochmals vielen Dank an Wavebuzz! http://wavebuzz.wordpress.com/

Was war eines deiner liebsten Konzerterlebnisse?

Das intensivste Konzert habe ich 2011 bei Casper erlebt. Er spielte in Freiburg vor rund 1000 Zuschauern in einem kleinen Kellergewölbe. Sein Album war kurz davor erschienen und der Hype um Benjamin Griffey brach sich langsam Bahn. Eine vergleichbare Leistung an Intensität und Engagement auf der Bühne habe ich bislang bei niemand anders mehr erleben dürfen.

Dein bester Festivalbesuch?

Das war ganz klar 2013 das Southside Festival in Neuhausen ob Eck. Das Line-Up gigantisch, das Wetter ausnahmsweise sonnig und die Leute wie immer ausgelassen.

Egal ob Macklemore, Rammstein oder Netsky, für alle Musikrichtungen waren exzellente Vertreter vor Ort und lieferten tolle Performances ab.

Welches Album-Cover gefällt dir besonders gut und warum?

Flume – Flume. Ein unspektakuläres und doch gut inszeniertes Cover.

Wie entdeckst du neue Bands?

Durch YouTube stöbern, Playlisten von Freunden anhören, auf Soundcloud Empfehlungen wahrnehmen oder klassisch über Radio und Musikzeitschriften.

Hast du eine Lieblings Songtext-Zeile?

“We’ll be facing the sun”

Welche Band würdest du gerne einmal live sehen?

Da gibt es noch so Einige. Musik wandelt sich immer wieder, daher gibt es ja auch immer wieder neue interessante Künstler.

Hast du ein Lieblings-Genre? Wenn ja, welches?

Eigentlich kann ich mich da nicht auf ein Genre festlegen. Ob Electro,

Hip-Hop, Indie oder Folk, jede Stilrichtung beinhaltet tolle Aspekte.

Bob Dylan oder Muse? (Seltsamer Vergleich, aber dennoch!)

Muse! Konzeptionalistisch einwandfrei!

Was sind deine Lieblings Print-/ Online-Magazine im Bereich Musik?

Ich bin sehr angetan von den Musikempfehlungen der Zeitonline und der FAZ.

Hörst du Radio? Falls ja, welche Sender?

Eher selten. Wenn dann lokale Sender.

Wenn du mit einem Musiker / einer Musikerin / einer Band eine Nacht lang feiern könntest, wer wäre das?

Fritz Kalkbrenner.

So das war’s. Nun folgen meine Nominierten und meine 11 Fragen. Vielen Dank nochmal für diese Gelegenheit und allen Schreiblingen viel Erfolg!

  1. Wie kamst du zum Bloggen?
  2. Welche Assoziationen hast du mit Musik?
  3. Hipster oder oldschool?
  4. Was darf Musik?
  5. Welche Stilrichtungen gehen bisher zu sehr in der Öffentlichkeit unter?
  6. Wie würdest du deinen Musikgeschmack mit einem Wort charakterisieren?
  7. Elvis Presley oder Michael Jackson?
  8. Wer ist dein Lieblibgskünstler?
  9. Dein schönstes Erlebnis beim Bloggen war?
  10. Wenn du die Möglichkeit hättest alles was du für deine Wunschgeschichte benötigst zu bekommen, über was würdest du schreiben?
  11. Das beste Album aller Zeiten?

Ich nominiere folgende Blogs:

https://hicemusic.wordpress.com/

https://gedankenteiler.wordpress.com/

https://fakler.wordpress.com/

http://ichstudiere.wordpress.com/

https://alltagssplitter.wordpress.com/

AWARD-REGELN:
I. Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in deinem Artikel.
II. Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt.
III. Nominiere 5 bis 11 weitere Blogger für den Liebster Award, die bisher weniger als 1.000 Follower haben.
IV. Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
V.  Schreibe diese Regeln in deinen Liebster Award-Blog-Artikel.
IV. Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.

Wachstum – Darf es noch ein bisschen mehr sein?

Um zu wissen, ob es einer Nation gut geht oder nicht, betrachten wir den Indikator Wirtschaftswachstum. Doch was sagt der dort vorzufindende Prozentwert überhaupt aus? Ist es nicht Irrsinn zu glauben, dass die Wirtschaft stetig weiterwächst? Der folgende Artikel soll Grenzen der volkswirtschaftlichen Sichtweise aufzeigen und Alternativen offenlegen.
Volkswirtschaftliche Lehre beschäftigt sich mit den Leistungen, Erzeugnissen eines Landes, seinen Verteilungen und der Preisentwicklung. Betrachtet werden abstrakte Begriffe, wie Grenzkosten und Wirtschaftsvolumen.
Doch was von all diesen in der Lehre verwendeten Begriffe kommt beim Durchschnittsbürger an? Die Antwort ist relativ simple. Nichts.
Die Politik und die Wirtschaftsprüfer haben sich zur Aufgabe gemacht möglichst nur posititve Zahlen in ihren Berichten zum Wirtschaftswachstum (allein der Begriff gibt das Ziel vor) zu nennen. Doch wie stellt sich ein rational denkender Mensch so etwas vor? Wie kann etwas immer wachsen? Wo sind die Grenzen von Wachstum? Wenn es uns immer “besser” geht, gibt es dann auch eine Verliererseite?
Eine Kritik an unserer derzeitigen Wirtschaftsauffassung gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert. Dennoch erscheint es dringender denn je sich zu hinterfragen, ob ein “so weiter” der richtige Weg ist. Die Bankenkrise lässt noch immer grüßen. Kritik am Wachstum zu üben, bedeutet für viele Ökonomen Kritik an der Innovation zu üben, Kritik an der Weiterentwicklung der Gesellschaft.
Viel essentieller wäre doch die Überlegung nachhaltiges Wachstum zu schaffen, welches eine Verbesserung von gegenwärtigen Situationen bedeuten würde. Ein Wachstum, welches sich nicht über Quantität, sonder Qualität definiert. Ein Wachstum, das für eine Verbesserung der Lebensumstände der breiten Bevölkerung eintritt und nicht das Gegenteil.
Doch wie kann man so etwas erreichen? Zunächst einmal würde dies bedeuten, dass Wachstum nicht mehr über einen Indikator erhoben wird, welcher sich beispielsweise über das BIP errechnet. Es müssten deutlich mehr Kriterien erfasst werden, welche auch soziale Aspekte inkludieren. Doch hier liegt eine der Problematiken dieser Thematik. Wo ist die Genze? Was ist ein Ausschlusskriterium? Gehört nicht alles zur Wirtschaft irgendwie dazu? Nimmt man zu viele Kriterien, besteht die Gefahr einer Vermischung von irrelavanten Aspekten. Nimmt man zu wenig, ist die Wachstumsqualität nicht mehr erkennbar. Es ist daher äußerst kritisch zu hinterfragen wie man nachhaltiges Wachstum beschreiben möchte, beziehungsweise wie es messbar gemacht werden kann .
Allerdings sollte man den Aspekt des nachhaltigen Wachstums deutlich intensiver diskutieren, als dies bisher der Fall ist. Nur dadurch könnten Problematiken, wie die Schere zwischen arm und reich, neuen Lösungsansätzen unterzogen werden. Ob dies immer die richtigen Konsequenzen sind, sei einmal dahingestellt. Dennoch sollte man sich immer kritisch mit bestimmten Dingen auseinandersetzen. Dazu gehört auch die Auffassung von Wachstum.

Album der Woche – Kraftklub “In Schwarz”

“… wenn du mich küüüüsst, schreibt Noel wieder Songs für Liam…”. Die Zeilen aus dem ersten Album der Chemnitzer Jungs hängen einem immer noch im Ohr und es ist kaum zu glauben, dass das Debütalbum bereits zweieinhalb Jahre alt ist.
Seit dem 12.09 ist das zweite Album von Kraftklub auf dem Markt und konnte sich dort in der ersten Woche gleich auf Platz 1 der Albumcharts festsetzen. Doch taugt das Nachfolgealbum “In Schwarz” etwas oder sind die Vorschusslorbeeren in den Sand gesetzt worden?

Kraftklub wäre nicht Kraftklub wenn sie sich nicht immer wieder selbst aufs Korn nehmen würden. Der erste Track des Albums “Unsere Fans” ist schon so herrlich ironisch, fast sarkastisch aufgesetzt, dass man immer wieder grinsen muss während das Lied läuft. Plötzlich sind es mal nicht die Bands, die sich dem Mainstream anpassen, sondern die Fans!
Kraftklub zeigen, wie genau sie ihre Entwicklung verfolgen, dass sie kritisch mit dem was über sie geschrieben wird umgehen und sich von niemanden verbiegen lassen.

Auch auf ihrem zweiten Album zeigen sich die Chemnitzer sehr einfallsreich was die Texte betrifft. Hier eine kleine Pointe, dort eine Prise Gesellschaftskritik. Ein bisschen Aufarbeitung des eigenen Erfolgs und Beschreibung von Alltagssituationen. Ihnen hier eine Stagnation vorzuwerfen wäre abstrus.
Herausragend auf dieser Platte sind “Wie ich”, “Schüsse in die Luft” und “Hand in Hand”. Darüber hinaus ist jedoch auch viel Stückwerk dabei, was zwar solide ist aber auch nicht mehr.
“Zwei Dosen Sprite” und “Deine Gang” hätten gut werden können, bleiben aber während des Stücks irgendwo halbfertig liegen. Das Album ist nicht schlecht geworden, es fehlt ihm aber in der Breite an Variationen und Diversitäten. Wo es auf “Mit K” noch die ein oder andere Ballade gab, findet sich auf “In Schwarz” nur monotoner Rock/Rap wider.
Es wäre übertrieben Kraftklub eine Stagnation in ihrer Entwicklung vorzuwerfen, doch fehlt an der ein oder anderen Stelle der Mut etwas neues auszuprobieren. Sei es auch nur in ein oder zwei Tracks.
Fans des ersten Albums werden sich freuen, eine neue Zielgruppe konnte aber sicher nicht erschlossen werden.

Meine Wertung 3 von 5 Sternen.