Album der Woche “Boy – We were here”

Das Album der Woche liefert diesmal Boy mit “We were here” ab. Das Pop-Duo, bestehend aus der gebürtigen Züricherin Valeska Steiner und der Hamburgerin Sonja Glass, veröffentlichte am 21.08 ihr zweites Album (Grönland Records). Dabei knüpfen Boy direkt an ihrem ersten Album an. Nicht zu viele Veränderungen, nicht zu viel neues ausprobieren, altbewährtes ausbauen und etablieren.

Das erste Lied des Albums ist auch gleichzeitig der Titeltrack. “We were here” ist ein wunderbarer Ohrwurm der uns sicherlich noch bis in den Herbst hinein begleiten dürfte.
“No Sleep for the dreamer” hat etwas magisches an sich. Eine Spannung durchzieht das Lied und entlädt sich dann jeweils in dem Refrain, der ebenfalls gut ins Gedächtnis geht.
Eines der besten Stücke ist sicherlich New York, das zurecht auch von der Süddeutschen Zeitung gelobt wurde (http://www.sueddeutsche.de/kultur/neues-album-we-were-here-boy-machen-immer-noch-gluecklich-aber-1.2615890).

Etwas schwach ist die Anzahl der Songs auf dem Album. Nur neun Lieder beinhaltet “We were here”. Dennoch gelingt es Boy auch ein sehenswertes zweites Album abzuliefern, ohne an den hohen Erwartungen zu scheitern. Seichte Philosophie-Phrasen reihen sich perfekt ein, um halb verträumt den Sonntagnachmittag vorbeiziehen zu lassen.
Vom Musikstil hat sich wenig geändert. Eingänglicher Synthiepop gepaart mit der wunderbaren Stimme von Sonja Glass, ab und an auf Gitarre reduzierte Stücke. Ob das zu wenig ist oder gerade den Erfolg von Boy rechtfertigt mag wohl jeder für sich entscheiden. Doch für ein Caféhaus wäre es wohl der perfekte Soundtrack.

Meine Wertung 3,5 von 5 Sternen.

Rückblick auf das Interview von LeFloid mit Angela Merkel

Am gestrigen Montag, 13.07, wurde das Interview von Youtube-Star LeFloid und Bundeskanzlerin Angela Merkel veröffentlicht (siehe https://www.youtube.com/watch?v=5OemiOryt3c).

Bereits im Voraus wurde Etliches über das anstehende Interview geschrieben. Über einen geschickten medialen Schachzug der Kanzlerin um ein jüngeres Publikum anzusprechen. Über Portraits zu Florian Mundt und über Chancen und Grenzen eines solchen Interviews.

Nach der Veröffentlichung auf Youtube gab es von Seiten der Presse nur wenig Lob für LeFloid. Zu kalkulierbar seien die Fragen gewesen, zu brav habe er sich verhalten und zu selten habe er eine seine direkte Art einfließen lassen. Die Kritikpunkte mögen ihren wahren Kern haben, dennoch war es für LeFloid das erste Interview mit solch einer prominenten Person, so dass man ihm dies verzeihen mag.

Viel überraschender war die vermeintlich lockere Art Merkels und die gelöste Atmosphäre der Unterhaltung. Dass man keine neuen Erkenntnisse oder Ansichten erwarten durfte, sollte jedem klar gewesen sein Dennoch wurde auf angenehme Art und Weise ein neues Zielpublikum erschlossen. Man muss den Beiden zu Gute halten, dass sie in einer halben Stunde wirklich versucht haben möglichst viele Themen anzuschneiden und auf Fragen aus dem Netz einzugehen. Dass hierbei der Tiefgang verloren geht sollte ebenso offensichtlich sein. Dennoch kann man das Interview als eine gelungene Aktion im Büro Merkel und LeFloids verbuchen. Beide Seiten brachten zwei unterschiedliche Zielgruppen zusammen und wussten sich gut zu verkaufen. Ob es bei diesem einen Interview bleibt steht bisher offen, dennoch war es gerade für die junge Zielgruppe eine interessante Gelegenheit durch einen Ihrer Stars in Berührung mit der Politik zu kommen.

Album der Woche – “Pharmacy” von Galantis

Den ersten Hit landeten Galantis mit Runaway (https://www.youtube.com/watch?v=szj59j0hz_4) im vergangenen November in den USA. Zu Beginn dieses Jahres stieg der Song dann auch in den europäischen Charts ein und konnte einige gute Platzierungen verbuchen. Am 05. Juni erschien nun das Album der beiden Schweden (Christian Karlsson und Linus Eklöw) in Deutschland.
Genretechnisch lässt es sich klar in die Ecke der Electronic Dance Music (EDM) einordnen, auch wenn es einige Ausreißer in die Popecke gibt.
Das Album wird dominiert von einem unbeschwerten Clubfeeling, welches bereits im ersten Track “Forever Tonight” zu Tage kommt. Sanfte Intros, eingängige Refrains und gut platzierte Beats prägen die gesamte Scheibe. Am deutlichsten wird das vielleicht in “In My Head”. Ein unglaublicher Ohrwurmcharakter erfässt einen beim erstmaligen Hören und man möchte sofort lostanzen.
Galantis bedienen sich dabei einiger Features und verstehen es gezielt Spannung rauszunehmen, um anschließend beim Refrain ausgelassen den Hörer mitzureißen. An manchen Stellen erinnert dies an eine Mischung aus jungem David Guetta und Avicii. Dennoch sind die beiden Schweden in ihrem Sound eigenständig und bieten einen hohen Wiedererkunnungswert.
Ruhige Töne sucht man allerdings vergebens auf dem Album. Auch stellt sich mit mehrmaligem Hören eine gewisse Monotonie ein. Dennoch fühlt sich das Album für den Summer gut an und verbreitet schnell gute Laune.Es lässt sich daher auf jeden Fall von einem gelungenen Debüt von Galantis sprechen.

Meine Wertung 4 von 5 Sternen.

Aufräumarbeiten beim HSV

Der Abstieg ist verhindert und Fußballdeutschland fragt sich wie das nur gelingen konnte. Mit Treffern in der Nachspielzeit und der Verlängerung hat der Hamburger Sportverein den Klassenerhalt geschafft und sich einmal mehr vor dem Sturz in die Zweitklassigkeit retten können. Bereits im Jahr zuvor gelang in der Relegation die Rettung und man war sich sicher, dass man nächste Saison nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben wird. Großzügig wurde investiert. Nicolai Müller als Flügelflitzer, Valon Behrami als “Aggressive-Leader”, Djourou, Cleber, Stieber, Lasogga, Ostrzolek…. die Liste ist lang. Doch einen spielerischen Mehrwert konnte man beim HSV nicht erkennen. Zu verkrampft, zu statisch, zu harmlos war die Mannschaft über die Saison.
Zur Spielzeit 15/16 werden einige Akteure den Verein verlassen, darunter Kapitän van der Vaart und Marcel Jansen. Dem Verein können diese Abgänge nur gut tun, ist doch der Gehaltsetat verglichen zum Tabellenstand exorbitant aufgblasen. Doch damit wird es nicht getan sein. Weitere Personalien müssen überdacht werden. Der Kader ist mit 32 Spielern eigentlich zu groß und kostet auf Dauer zu viel. Mindestens 3-4 Spieler weniger werden es zur kommenden Saison sein müssen. Zudem ist der finanzielle Spielraum nicht sonderlich groß für Peters und Knäbel, um in der nächsten Spielzeit eine bessere Tabellenposition anzupeilen. Der Umschwung wird vor allem aus der Mannschaft heraus kommen müssen. Doch scheinen Spieler die zum HSV wechseln in den vergangenen Jahren ihrer Formkurve hinterherzulaufen.
Man darf gespannt sein wer den Verein verlässt und ob es gelingt eine Einheit aus den Einzelspielern zu formen. Wie lange das allerdings Labbadia versuchen darf, ist auf Grund des Trainerverschleiß beim HSV eine ebenso offene Frage.

Album der Woche – “The Demon Diaries” von Parov Stelar

Das Album der Woche kommt diesmal von Parov Stelar und heißt “The Demon Diaries”. Das Album erschien sowohl als “normale” als auch in einer “deluxe” Variante.
Die Review wird sich jedoch mit der deluxe-Edition beschäftigen.

Nach zwei Jahren hat Parov Stelar wieder ein neues Album auf den Markt gebracht. Der gebürtige Linzer bleibt dabei sich und seinem Stil treu, ergänzt ihn aber geschickt um vielfältige Anknüpfungen an Pop, Jazz und Indie. Zwar ist größtenteils eine Stringenz von Electroswing zu erkennen, dennoch schafft es Stelar auch immer wieder einen kleinen Stilbruch vorzunehmen und sein Reportoire dadurch zu vergrößern.
Als Paradebeispiel kann “The Green Frog” dienen. Der Track ist deutlich beatlastiger als andere Stücke des Albums. Dennoch verzichtet Parov Stelar nicht auf seine typische Ader und lässt den wunderbaren Eletro Swing an jeder Ecke einfließen. Man wippt unweigerlich mit den Füßen mit, wird dennoch ein bisschen melancholisch, findet sich in guter Laune wieder und spürt eine Unbeschwertheit.

Das Deluxe-Album ist geteilt in eine instrumentale und eine deutlich stärker vocal-basierte Hälfte. Bekannt dürfte hierbei die Singleauskopplung “The Sun” mit Graham Candy sein, welcher sich im vergangenen Jahr schon einen Namen in Zusammenarbeit mit AlleFarben gemacht hatte.
Insgesamt sind jedoch die Features deutlich ruhiger konzipiert und kommen mit weniger Electro-Swing daher. So ist Josephine eine sehr ruhige Pop-Ballade mit Geige und Klavier, The Sea ein Traum-Electro-Pop-Gemisch, das vor sich hintreibt und Golden Arrow mit Lilja Bloom klingt wie eine gemixte Version eines alten Madonna-Hits.

Schlussendlich überzeugt Parov Stelar vor allem dann, wenn er sich selbst treu ist. Diese Floskel gilt hier einmal mehr als Determinante für eine gelungene erste Scheibe mit gutem Electro-Swing und einer experimentierfreudigen zweiten Platte. Qualität hat auch diese, doch kommt Sie nicht annähernd an das sonst gewohnte heran. Mit der Zeit macht sich Monotonie bemerkbar und eine gewisse Trägheit führt einen durch den zweiten Teil des Albums.

Meine Wertung 3 von 5 Sternen.

Der Gang in die 2. Bundesliga

Der SC Freiburg muss also runter in Liga 2. Eine Saison mit vielen Höhen und Tiefen, mit – wie Christian Streich anmerkte – “grotesken Zügen” geht zu Ende. Woran es lag? Schlussendlich nur an einem Tor.
Ich möchte hier nicht über die möglichen Gründe des Abstiegs diskutieren und fußballerische Weisheiten streuen. Viel mehr gilt es den Blick nach vorne zu richten und auf die kommenden Aufgaben zu blicken. Jochen Saier wird in den nächsten Tagen und Wochen einen Umbruch des Kaders bewältigen müssen, um einerseits teure Spieler abzugeben und andererseits eine wettbewerbsfähige Mannschaft aufstellen zu können, welche am Ende der Saison um den Aufstieg zurück ins Oberhaus spielen kann.

Mit Lukas Kübler wurde heute bereits der zweite Zugang präsentiert. Nach Kleindienst, der aus Cottbus kommt stellt sich die Frage wie groß der Umbruch ausfallen wird. Voraussichtlich werden Mehmedi, Bürki, Darida, Schmid und der ausgeliehene Petersen den Verein verlassen. Zwar äußerte sich Bürki vielversprechend, dass er sich auch vorstellen könnte in Freiburg zu bleiben, dennoch sollte man in realistischer Betrachtungsweise von einem Abschied ausgehen. Darüber hinaus ist auch bei Klaus, Kempf, Frantz, Sorg und Günther denkbar, dass Sie den Verein verlassen.
Die möglichen Abgänge würden allerdings auch einiges an Geld in die Kassen des Vereins spülen. Der Stadionneubau wäre vermutlich noch schneller finanziert.

Mit Hofgärtner aus der U19 und etlichen jungen Spielern aus der zweiten Mannschaft stehen jedoch bereits kurzfristig  sinnvolle Ergänzungen für den Kader bereit. Mit Schuster und Guede werden dazu zwei Führungsspieler bleiben, welche der Mannschaft Halt geben werden.
Auch wenn der Abstieg bitter ist, so wird der Verein wohl auch in der kommenden Spielzeit gleich um den Aufstieg spielen können.

Rückrundenvorschau Teil II

Im heutigen Bericht soll es um Bayer 04 Leverkusen gehen. Der Werksclub startete furios in die Saison 2014/2015 und konnte mit Trainer Roger Schmidt einmal mehr zeigen zu welchem Tempofußball Bayer sich aufschwingen kann, wenn die Umstände stimmen. Nach einer guten Hinrunde fragt man sich allerdings einmal mehr, ob die Mannschaft die kommenden Aufgaben in Pokal, Championsleague und Bundesliga bewerkstelligen kann oder wie bereits in früheren Jahren untergehen wird.

Die Werkself geht bisher ohne Winterzugänge in die Rückrundenvorbereitung in Belek. Dabei könnte Verstärkung, gerade in der Breite des Kaders wichtig sein, um die Kräfte gleichmäßig auf die Mannschaft aufzuteilen. Das energiereiche Spiel von Roger Schmidt verlangt von allen Akteuren das Maximum ab, sowohl körperlich als auch mental gilt es permanent wach und angriffsbereit zu sein.
In der Spitze wäre eine starke Alternative zu Kießling wichtig, da der Torjäger eine eher durchwachsene Saison spielt. Drmic musste lange auf Einsatzzeiten warten, konnte aber nicht gänzlich überzeugen. Vergleichbare Teams wie Dortmund oder Schalke sind hier deutlich besser aufgestellt. Ob Karim Bellarabi weiterhin von einer Welle der Leichtfüßigkeit getragen wird bleibt abzuwarten. Dennoch haben Spieler wie Calhanoglu, Son oder Brandt noch deutlich mehr Potential als sie bisher abgerufen haben.
Defensiv muss Schmidt dringend an der Stabilität der Abwehr arbeiten. Oft paarte sich Pech im Angriff mit desaströsen Schnitzern in der Verteidigung und kostete Bayer wichtige Punkte. Kann die Mannschaft hier an Konzentration zulegen sind noch deutlich mehr Punkte drin!

Fazit

Mit ein bisschen mehr Glück und Abschlussqualität wird Bayer auch diese Saison unter den ersten Vier landen. Dafür muss aber alles passen. Der Kader wirkt doch zu dünn besetzt, um auf allen Hochzeiten mittanzen zu können. Das mögliche Ausscheiden aus der Champions League könnte dann sogar notwendig sein, um sich auf die Aufgaben in der Liga zu konzentrieren.