Lady Gaga als Selbstparodie

Mit großen Erwartungen wurde dem Erscheinen von Artpop entgegengefiebert. Doch was dann kam hatte Lady Gaga wohl selbst nicht erwartet… Erst wurde durch Hacker die Single im Internet frühzeitig releast, sodass sie ebenfalls nachziehen musste und dann kamen noch diverse kritische Stimmen hinzu, welche ihr Album als sehr dürftig abstempelten.

Ich habe mir das Album in den vergangenen Tagen angehört und muss mich leider diesen Stimmen anschließen.

Artpop ist ein Album, welches unfertig und unreif klingt. Es hat wenig mit dem Vorgänger zu tun, kommt nur selten an die Genialität und Extrovertiertheit des Jahres 2008 und 2011 heran. Born this way und Fame waren da in sich stimmiger und wirkten reifer. Mit dem ersten Track des Albums „Aura“ versucht sich die US-Amerikanerin mit einer Mischung aus harten arabischen Riffs, knallenden Beats, Electrofunk und teilweise hochgepitschter Computerstimme an einer genreübergreifenden Gesamtheit, doch leider gelingt dies nur bedingt. Ein schöner Refrain wird begleitet von unfertigen Versen und einem sich immer wieder selbstzerstörerischen Melodiefluss.

In den nächsten beiden Tracks Venus und G.U.Y. kann die mit bürgerlichem Namen heißende Stefani Joanne Angelina Germanotta sich mit solidem Pop beweisen. Nichts außergewöhnliches, aber schon eher der Gaga-Sound von den früheren Alben und mehr das was man erwartet hatte. Popmelodie mit ein paar Electroelementen und ins Ohr gehenden Refrains.

Mit Sexxx Dreams wird das ganze dann aber auf Dauer zu langweilig, der dritte Song in Folge der ähnlich klingt und doch nichts neues mit sich bringt. Das kann man nebenher hören auf der Arbeit, aber um jemanden zu beeindrucken oder um für Aufsehen zu sorgen ist das einfach zu wenig.

Jewels N‘ Drugs ist dann der traurige Negativpunkt. Ein sich selbst falsch einschätzender Star der versucht mit Rap zu hantieren dabei aber grandios scheitert. Als Versuch interessant aber bitte nicht auf das Album packen wenn man merkt, dass es schief geht.

Herausgreifen möchte ich dann Do what u want. Der Song, welcher auch als Single erschien hat alles was es zu einer guten Gaga braucht. Super Melodie, Ohrwurmatmosphäre, simpler Refrain, gute Kombination mit R. Kelly und stimmgewaltige Lady Gaga, welche endlich zeigt zu was sie in der Lage ist. Nicht umsonst ganz weit oben in sämtlichen Charts!

Fashion!, Swine und Applause sind durchschnitt aber ebenfalls nichts besonderes, ganz schwach sind dann Donatella, welches bei mich im Refrain an eine schlechte Kopie von Icona Pops I don’t care erinnert.

Nach zweimaligem hören bin ich dann schon so enttäuscht, dass es mir schwer fällt das ganze als das von Lady Gaga selbstgefeiertes Kunstwerk zu akzeptieren. Mir stellt sich die Frage nach dem Warum? Warum veröffentlich man so etwas? Warum so viel neues ausprobieren? Warum nicht die tolle Stimme der New Yorkerin mehr herausheben? Die Fragen werden wohl unbeantwortet bleiben. Ein Künstler sollte sich immer wieder neu erfinden, etwas ausprobieren und Mut beweisen, doch auch ehrlich zu sich selbst sein und seine Stärken hervorheben. Mit Artpop strahlen aber eher die Schwächen. Vielleicht klappt es beim nächsten Mal wieder. Schade Lady Gaga!

Meine Wertung 2 von 5 Sternen.

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