Echauffieren und weiterschlafen.

Das Coming-Out von Thomas Hitzlsperger hat in den vergangenen Tagen für mehr als nur ein großes Echo in der deutschen Medienwelt gesorgt. Jede größere Nachrichtenseite und Zeitung brachte dies als Topmeldung. Ob Spiegel, Zeit, Süddeutsche oder FAZ, alle berichteten sie über diesen einmaligen Schritt eines ehemaligen Profisportlers der Bundesliga.
Überall bekam Hitzlsperger großes Lob und wurde als Vorbildcharakter bestimmt. Und doch lief die Diskussion in eine ganz andere als gewünschte Richtung. Kaum war das erste Medienecho verstummt, kamen in den sozialen Netzwerken zwei Sorten von Menschen an den Tag. Erstens die Ignoraten, denen diese Diskussionen als lächerlich und irrelevant rüber kam und zweitens diejenigen, welche es ach so schlimm finden, dass dies in unserer heutigen Zeit überhaupt noch von Nöten sei.

Man konnte einmal mehr eine hysterische Haltung einer Gesellschaft beobachten, welche sich nicht auf eine sachdienliche Diskussionen einigen konnte, sondern sich über eine Meldung dermaßen echauffieren musste.

Anstatt sich mit dem Mut des Sportlers auseinander zu setzen und Gründe zu suchen, warum sich in der Bundesliga bisher niemand zu seiner Homosexualität geäußert hat, wurde die Gesellschaft als solche abwertend betrachtet. Als eine Gesellschaft, welche entweder zu konservativ ist oder in welcher eine Egalmentalität besteht. Als ein Konstrukt, welches bei Schicksalsmeldungen aufhorcht oder auf weiter klickt, sich jedoch nicht zu ändern oder hinterfragen im Stande ist. Schaut man heute die Tageszeitungen und Onlineauftritte der Nachrichtensender an, kommt kaum etwas bis nichts mehr zur Homosexuellendiskussionen. Doch gerade das wäre wünschenswert. So werden wir wohl warten müssen bis sich der oder die nächste Prominente äußert und die beiden Lager dann erneut ihren Standardkommentar abgeben. Mir egal, oh wie schlimm.

Es verstreicht somit einmal mehr die Chance einer Debatte wie man mit diesem Thema umgehen kann und wie man damit umgehen soll.

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