Album der Woche – „Zum Glück in die Zukunft 2“ von Marteria

Am 31.01 erschien die neue Platte von Marten Lagecy, besser bekannt unter seinem Pseudonym Marteria. Mit „Zum Glück in die Zukunft II“ kommt der Nachfolger von „Zum Glück in die Zukunft I“ in die Regale.
Bereits am Titel erkennt man, dass es sich um eine Fortführung des Werkes handelt und kein komplett anderer Weg eingeschlagen wird. Denkt man zumindest.
Nach dem ersten Hören sieht das doch ein bisschen anders aus. Marteria erfindet sich nicht neu, hat aber durchaus unerwartete und auch unangenehme Themen auf seiner neuen Platte angeschnitten.

Bekannt waren vor dem Albumrelease bisher „Bengalische Tiger“ und „Kids (2 Finger an den Kopf)“, auf die beiden Titel werde ich dementsprechend nur verkürzt eingehen.

Los geht’s mit einem kleinen Intro gefolgt von „Kids“. Das Lied ist in den Charts berechtigt weit oben gelandet. Mit einem leicht mitzusingenden Refrain und einer eingänglichen Melodie schwappt das Lied schnell vom Radio ins Ohr und bleibt dort auch hängen. Der Text ist dabei leicht ironisch und doch zum Nachdenken anregend geschrieben.

Bei der Videopremiere von „OMG!“ war ich zuerst ein bisschen irritiert. Was machen denn bitte die Quads? Und was soll das ganze überhaupt? Somit trat das Lied an sich leider ein bisschen in den Hintergrund. Beim zweiten Hören dann die nüchterne Konzentration auf den Text und das Stück an sich. Sehr gelungen! Spaßig verpacktes Thema, welches in den letzten Monaten so oft in den Medien kursierte. Kirche, Religion und Glauben in einem Lied so gut an vornehmlich jüngeres Publikum zu verkaufen und Lebensfragen zu stellen ist großes Können. Verpackt als leichter Hip-Hop-Track ist das wirklich gut gelungen!

In „Die Nacht ist mit mir“ hat Campino seinen Gastauftritt. Leicht depressiv und schwer daherkommend, mit dumpfem Beat rappt sich Marteria langsam in Fahrt, bis am Ende des Liedes Campino mit seiner krazig rauchigen Stimme quasi den Höhepunkt und Abgesang singt.

„Alt & Verstaubt“ ist für mich ein eher schwächerer Track des Albums. Die Melodie scheint nicht vollständig zu sehen und geht für mich nicht so gut ins Ohr wie bei anderen Tracks. Allerdings beeindruckt Marten hier mit einem anständig gesungenen Refrain und einer textlich gut verarbeiteten Beziehungskiste.

„Pionier“ ist der 6. Track auf der Platte. Ebenfalls nichts herausragendes, aber ein schöner Beat und Refrain machen es ganz akzeptabel. Viel mehr kann man dazu auch nicht schreiben.

„Bengalische Tiger“ ist dann wieder ein Lichtblick. Genialer Text (jetzt wird Goethe zitiert, also Faust hoch!) und ein toller Beat! Hip-Hop der handgemacht klingt, aggressiv und ein bisschen mehr an Marterias Vorgängeralbum erinnert.

„Gleich kommt Louis“ ist ein wunderschön sanftes Stück über die Geburt eines Sohnes, über die Veränderung die jeder durchmacht wenn er Vater wird, wie man mit einem Mal erwachsen sein muss. Feiner Refrain mit stetiger Weiterentwicklung des Textes und Popmelodie.

Wer ein bisschen mehr eskalieren will und auf Rap im klassischeren Sinne wartet, geht vor bis zu „Auszeit“. Hier kommt Marterias alter ego Marsimoto zum Einsatz. Sehr harter Beat und einfache Hiphop-Texte kombinieren sich hier. Für die Tournee sicher ein cooles Stück, bei welchem die Massen abgehen werden. Für das Album aber eher ein Stück, welches aus dem Rahmen fällt.

Ebenso wie die meisten Lieder sind „Welt der Wunder“ und „Mein Rostock“ bedächtiger und schon eher Pop als Rap. Die Melodien sind auf jeden Fall ins Popsprektrum einzuordnen. Lediglich der Sprechgesang von Marteria verhindert die eindeutige Kategorisierung.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass das Album mehr Revolution als Evolution war. Allerdings in eine andere Richtung als die meisten Fans das erwartet haben. Marteria wirkt nachdenklicher, wirkt ruhiger und abgeklärter. Statt eskalativem und provokantem Rap findet man vor allem Popsymphonien mit tiefgängigen Texten über den Lebenssinn. Es ist sicher kein schlechtes Album, doch sollte man ohne Erwartungen an das erste Hören gehen. Ansonsten könnten viele Fans enttäuscht sein und sich über einen vermeintlich langweiligen Marten Lagecy beklagen.

Dem ist jedoch nicht so. Dass ein Künstler auch etwas Neues kann und sich nicht an einem Genre festhält zeigt Klasse. Ähnlich wie Casper bricht Marteria mit dem Rap und lässt ein Übereinandergleiten der Stile zu.

Es hätte sicher an der einen oder anderen Stelle auch mal rappiger sein dürfen und gerade die ironische und zynische Seite fehlt mir in manchen Tracks, doch trotz allem ist es ein ordentliches Album geworden.

Meine Wertung: 3,5 von 5 Sternen.

One thought on “Album der Woche – „Zum Glück in die Zukunft 2“ von Marteria

  1. Emily Rose

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