Generation umsonst – warum wir nichts mehr zahlen wollen

„2,30 € für eine Zeitung? Zu teuer! 70 € für neue Wanderschuhe? Nein ich hab noch ein Paar alte Sneaker daheim, die müssen reichen. Waaaas? Ihr habt so viel Geld für die neuen Möbel gezahlt? Das hättet ihr über das Internet viel günstiger bekommen!“

So oder so ähnlich tickt unsere heutige Gesellschaft. Geiz ist geil. Oder anders gesagt, warum zu viel zahlen, wenn es anderswo auch günstiger geht.

Der Einzelhandel verzeichnet seit Jahren rückläufige Gewinne. In der Stadt wird das neueste Modell vom Kunden ausprobiert, abfotografiert und später online gekauft. Qualitätsware oftmals verschmäht. Für das gleiche Geld könnte man sich eben auch drei günstigere Schuhe beim Discounter kaufen.

Allerdings vergessen die meisten dabei, dass Qualität ihren Preis hat. Dass gute Ware nicht ohne Grund etwas teurer ist als das im Regal nebenstehende günstigere. Wir sollten bereit sein für unser Wohl Geld auszugeben und uns etwas zu gönnen. Unser Gehirn freut sich vielleicht im ersten Moment über die gesparten 5€, doch spätestens wenn wir einen Monat später wieder im Kaufhaus stehen um zu reklamieren, dass das Produkt schon kaputt sei oder wir nicht mit der Qualität zufrieden sind, ist dieser kurze Glücksmoment passé.

Ein weiterer Beleg dafür ist unsere Gesundheit. Wir suchen nach günstigen Schuhen, welche ohne Fußbett produziert worden sind. Klar merken wir nicht, dass das schlecht für uns ist. Zumindest nicht sofort. Doch mit 40 fangen die ersten Beschwerden an. Der Fuß ermüdet schnell, Fehlhaltungen machen sich bemerkbar und wir haben Schmerzen.

Als letztes Beispiel möchte ich noch unseren Konsum von Lebensmitteln anschneiden. Wir sparen auch hier so viel es geht. Ein deutscher Haushalt gibt kaum mehr als 10% seines Einkommens für Lebensmittel aus. Und das nicht unbedingt aus dem Grund, dass man sparen müsste. Wieso gourmettechnisch feines vom Metzger kaufen, wenn es auch im Supermarkt abgepackt Lyoner gibt? Es scheint an der Zeit zu sein, dass wir uns bewusst werden, dass Geld nicht alles ist, sondern dass wir viel mehr genießen müssen und wir uns hinterfragen sollten. Wie langlebig ist ein Produkt, welche Qualität besitzt es? Kommt es mich nicht günstiger einmal etwas mehr zu zahlen? Genießt euer Leben und gönnt euch etwas.

2 thoughts on “Generation umsonst – warum wir nichts mehr zahlen wollen

  1. Alex

    Bis auf den Punkt mit dem Einzelhandel, kann ich dir nur zustimmen. Hier gibt es auch eine Vielzahl an Leuten, die online Suchen und offline Kaufen (RoPo-Effekt). Natürlich schiebt jeder Einzelhändler die Schuld für seine schrumpfenden Gewinne erstmal gerne auf Amazon oder Zalando. Walter Rathenau hat dazu mal einen schlauen Satz gesagt : „Die Klage über die Schärfe des Wettbewerbs ist in Wirklichkeit meist nur eine Klage über den Mangel an Einfällen.“
    Vor allem bei Lebensmitteln triffst du den Nagel auf den Kopf.
    Wenn ich manchmal die Leute beobachte die an der Kasse im Supermarkt vor mir stehen wird mir richtig schlecht. Das Billigste ist gerade gut genug. Dafür dann aber 400 EUR Leasing im Monat für das Auto ausgeben…

    • soliveyourlive

      Danke für deinen Kommentar!🙂

      Ja man muss dennoch auch immer wieder berücksichtigen, dass es Leute gibt, welche auf die günstigen Produkte angewiesen sind. Oftmals wird deren Qualität ja auch in Fachzeitschriften wie Ökotest oder Stiftung Warentest nachgewiesen. Dennoch sollte man manchmal sein Konsumdenken hinterfragen wenn man nur abgepacktes Fleisch konsumiert und gleichzeitig einen Porsche fährt.

      Interessant dürfte sein wie die Situation in 5-10 Jahren aussieht. Der Onlinehandel ist schließlich immer noch relativ „neu“.

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