Album der Woche – Kraftklub „In Schwarz“

„… wenn du mich küüüüsst, schreibt Noel wieder Songs für Liam…“. Die Zeilen aus dem ersten Album der Chemnitzer Jungs hängen einem immer noch im Ohr und es ist kaum zu glauben, dass das Debütalbum bereits zweieinhalb Jahre alt ist.
Seit dem 12.09 ist das zweite Album von Kraftklub auf dem Markt und konnte sich dort in der ersten Woche gleich auf Platz 1 der Albumcharts festsetzen. Doch taugt das Nachfolgealbum „In Schwarz“ etwas oder sind die Vorschusslorbeeren in den Sand gesetzt worden?

Kraftklub wäre nicht Kraftklub wenn sie sich nicht immer wieder selbst aufs Korn nehmen würden. Der erste Track des Albums „Unsere Fans“ ist schon so herrlich ironisch, fast sarkastisch aufgesetzt, dass man immer wieder grinsen muss während das Lied läuft. Plötzlich sind es mal nicht die Bands, die sich dem Mainstream anpassen, sondern die Fans!
Kraftklub zeigen, wie genau sie ihre Entwicklung verfolgen, dass sie kritisch mit dem was über sie geschrieben wird umgehen und sich von niemanden verbiegen lassen.

Auch auf ihrem zweiten Album zeigen sich die Chemnitzer sehr einfallsreich was die Texte betrifft. Hier eine kleine Pointe, dort eine Prise Gesellschaftskritik. Ein bisschen Aufarbeitung des eigenen Erfolgs und Beschreibung von Alltagssituationen. Ihnen hier eine Stagnation vorzuwerfen wäre abstrus.
Herausragend auf dieser Platte sind „Wie ich“, „Schüsse in die Luft“ und „Hand in Hand“. Darüber hinaus ist jedoch auch viel Stückwerk dabei, was zwar solide ist aber auch nicht mehr.
„Zwei Dosen Sprite“ und „Deine Gang“ hätten gut werden können, bleiben aber während des Stücks irgendwo halbfertig liegen. Das Album ist nicht schlecht geworden, es fehlt ihm aber in der Breite an Variationen und Diversitäten. Wo es auf „Mit K“ noch die ein oder andere Ballade gab, findet sich auf „In Schwarz“ nur monotoner Rock/Rap wider.
Es wäre übertrieben Kraftklub eine Stagnation in ihrer Entwicklung vorzuwerfen, doch fehlt an der ein oder anderen Stelle der Mut etwas neues auszuprobieren. Sei es auch nur in ein oder zwei Tracks.
Fans des ersten Albums werden sich freuen, eine neue Zielgruppe konnte aber sicher nicht erschlossen werden.

Meine Wertung 3 von 5 Sternen.

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