Wachstum – Darf es noch ein bisschen mehr sein?

Um zu wissen, ob es einer Nation gut geht oder nicht, betrachten wir den Indikator Wirtschaftswachstum. Doch was sagt der dort vorzufindende Prozentwert überhaupt aus? Ist es nicht Irrsinn zu glauben, dass die Wirtschaft stetig weiterwächst? Der folgende Artikel soll Grenzen der volkswirtschaftlichen Sichtweise aufzeigen und Alternativen offenlegen.
Volkswirtschaftliche Lehre beschäftigt sich mit den Leistungen, Erzeugnissen eines Landes, seinen Verteilungen und der Preisentwicklung. Betrachtet werden abstrakte Begriffe, wie Grenzkosten und Wirtschaftsvolumen.
Doch was von all diesen in der Lehre verwendeten Begriffe kommt beim Durchschnittsbürger an? Die Antwort ist relativ simple. Nichts.
Die Politik und die Wirtschaftsprüfer haben sich zur Aufgabe gemacht möglichst nur posititve Zahlen in ihren Berichten zum Wirtschaftswachstum (allein der Begriff gibt das Ziel vor) zu nennen. Doch wie stellt sich ein rational denkender Mensch so etwas vor? Wie kann etwas immer wachsen? Wo sind die Grenzen von Wachstum? Wenn es uns immer „besser“ geht, gibt es dann auch eine Verliererseite?
Eine Kritik an unserer derzeitigen Wirtschaftsauffassung gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert. Dennoch erscheint es dringender denn je sich zu hinterfragen, ob ein „so weiter“ der richtige Weg ist. Die Bankenkrise lässt noch immer grüßen. Kritik am Wachstum zu üben, bedeutet für viele Ökonomen Kritik an der Innovation zu üben, Kritik an der Weiterentwicklung der Gesellschaft.
Viel essentieller wäre doch die Überlegung nachhaltiges Wachstum zu schaffen, welches eine Verbesserung von gegenwärtigen Situationen bedeuten würde. Ein Wachstum, welches sich nicht über Quantität, sonder Qualität definiert. Ein Wachstum, das für eine Verbesserung der Lebensumstände der breiten Bevölkerung eintritt und nicht das Gegenteil.
Doch wie kann man so etwas erreichen? Zunächst einmal würde dies bedeuten, dass Wachstum nicht mehr über einen Indikator erhoben wird, welcher sich beispielsweise über das BIP errechnet. Es müssten deutlich mehr Kriterien erfasst werden, welche auch soziale Aspekte inkludieren. Doch hier liegt eine der Problematiken dieser Thematik. Wo ist die Genze? Was ist ein Ausschlusskriterium? Gehört nicht alles zur Wirtschaft irgendwie dazu? Nimmt man zu viele Kriterien, besteht die Gefahr einer Vermischung von irrelavanten Aspekten. Nimmt man zu wenig, ist die Wachstumsqualität nicht mehr erkennbar. Es ist daher äußerst kritisch zu hinterfragen wie man nachhaltiges Wachstum beschreiben möchte, beziehungsweise wie es messbar gemacht werden kann .
Allerdings sollte man den Aspekt des nachhaltigen Wachstums deutlich intensiver diskutieren, als dies bisher der Fall ist. Nur dadurch könnten Problematiken, wie die Schere zwischen arm und reich, neuen Lösungsansätzen unterzogen werden. Ob dies immer die richtigen Konsequenzen sind, sei einmal dahingestellt. Dennoch sollte man sich immer kritisch mit bestimmten Dingen auseinandersetzen. Dazu gehört auch die Auffassung von Wachstum.

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