Der neue King of Pop oder geschickte Selbstvermarktung?

Derzeit ist „the Weeknd“ in aller Munde. Sein aktuelles Album „Beauty Behind The Madness“ (Universal Music) wird von vielen Fachzeitschriften gefeiert und der Künstler selbst als Nachfolger Michael Jacksons angepriesen. Doch kann the Weeknd dem gerecht werden? Ist das Album wirklich der ganz große Wurf?

Der erste Track des Albums „Real Life“ startet mit einem imposanten, fast schon epochalen Beat der einen sofort fesselt. Beim Einsetzen der Stimme von Abel Tesfaye ist die Ähnlichkeit der Stimmfarbe zu Michael Jackson unweigerlich im Ohr. Man kann die Stimmen zwar noch klar voneinander unterscheiden, der Vergleich zu Michael Jackson ist jedoch begründet.

Losers, ein Feature mit Labrinth, enthält neben Rapelementen erneut einen wahnsinnig markanten Beat der das Lied vorwärtstreibt und sofort ins Ohr geht und hinten raus durch ein Solo von Tesfaye kurz abknickt um abschließend mit Bläsern ins Finale überzugehen.

So gut diese beiden Tracks sind und so vielseitig Weeknd sich auf dem Album präsentiert so verrucht sind seine Texte. Deutlich wird das wohl vor allem bei „Often“. Lyrics wie „make that pussy pop and i do it how i want it“ sind keine Seltenheit und ziehen sich wie der berühmte rote Faden durch das Album. Man kann davon halten was man will, eine große Vielfalt deckt Tesfaye damit nicht ab.

„The Hills“ ist vielleicht das beste Lied des Albums. Eine elektronisch verzerrte Stimme und eine vor Spannung nahezu explodierende Melodie ergänzen sich perfekt.

Der bekannteste Track des Albums ist vermutlich „Earned it“, welcher schon im Kinofilm „50 Shades of Grey“ zu hören war und mit welchem the Weeknd auch hierzulande erstmals große Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte. „In the night“ erinnert erstmals richtig stark an den King of Pop, eine wunderbar seicht vor sich hinplätschernde Popsynfonie, die durch die markige Stimme mehr als nur ein Durchschnittstrack wird. Zum Schluss des Albums kommen mit Lana del Rey und Ed Sheeran noch zwei Hochkaräter der internationalen Musikszene zum Einsatz, welche jedoch Ihr Können nicht so einsetzen dürfen wie man das sonst gewöhnt ist und nur bedingt zur Geltung kommen. Aus einer guten Idee wurde hier leider viel zu wenig gemacht.

Nach mehrmaligem Hören des Albums bleiben einem die oben genannten Tracks im Ohr hängen und man hat das Gefühl eine gute Platte in den Händen zu halten. Der Hype um den Jackson-Verlgeich ist dabei allerdings ein wenig übertrieben. The Weeknd liefert ein tolles Album ab, das man sich gerne und oft anhören kann und auf passend zur Jahreszeit erschienen ist. Doch um wirklich ein King of Pop zu sein bedarf es dann doch etwas mehr Variabilität sowohl in der Auswahl der Tracks als auch ein Kontinuum abzuliefern. Dennoch hat der Mann aus Toronto die derzeit besten Chancen an die Legende Michael Jackson heran zu kommen.

Meine Wertung 4 von 5 Sternen.

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